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ADAC Walhalla Rallye

Herzlich Willkommen bei der ADAC Walhalla Rallye 2009

Die Walhalla-Rallye 2009

findet nicht statt

Liebe Rallyefreunde,

leider haben wir es auch dieses Jahr bis heute nicht geschafft, die Genehmigung zur Durchführung der Walhalla-Rallye zu erhalten.

Wir möchten uns bei allen Helfern und Sponsoren bedanken, die uns in den letzten Jahren unterstützt haben. Bedanken möchten wir uns auch bei den Fahrern, die aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz angereist sind und uns durch Ihre zahlreiche Teilnahme gezeigt haben, warum wir jedes Jahr die Strapazen des Genehmigungsverfahrens und der Organisation auf uns genommen haben.

   VG Walhalla-Rallye

      AMC Deuerling e.V.

AC Deggendorf im ADAC e.V.



Nachfrage nach zwei ´Rallye-Killern`: von Gerd Plietsch


Wie geht´s wohl der Gelbbauchunke und dem Kammmolch?


(gpp) – Vor gut drei Jahren sorgten sie gewaltig für Aufregung und Aufsehen im bayerischen, süddeutschen, ja fast gesamtdeutschen Rallyesport:

die Gelbbauchunke und der Kammmolch.

Ihr Vorkommen auf dem ehem. Standortübungsplatz (StOÜPl) Oberhinkofen bei Regensburg brachte im Jahr darauf (2008; Anm. d. Red.) die endgültige Absage der ADAC-Walhalla-Rallye des AMC Deuerling auf den festen Schotterstraßen dieses weiträumigen Bundeswehr-Geländes.

„Prioritäre Arten, wie die Gelbbauchunke und der Kammmolch“ leben auf dem StOÜPL Oberhinkofen und „dürfen nicht getötet werden.“

– (Auszüge aus dem Genehmigungsbescheid)

– „Verboten ist aber nicht nur das absichtliche Töten dieser Tiere; schon der bloße Verdacht, dass

– (z. B. bei einer Veranstaltungen, wie eben der Walhalla-Rallye)

– diese geschützten Tiere getötet werden ´könnten`, reicht aus, jedwede Genehmigungen

– (wie die für die ADAC-Walhalla-Rallye) – zu versagen!“

Und da dieses („versehentliche Töten“) von niemand und niemals völlig und absolut sicher ausgeschlossen werden kann, ist es unwiderruflich und unwiederbringlich aus, mit einer weiteren ADAC-Walhalla-Rallye in Oberhinkofen.

Denn: „Bei wiederkehrender Durchführung der Veranstaltungen über einen längeren Zeitraum können nachteilige Auswirkungen auf die Populationen der für die Meldung als FFH-Gebiet maßgeblichen Arten nicht ausgeschlossen werden.“

(soweit der Auszug aus dem damaligen Genehmigungsbescheid; Anm. d. Red.)

Jahrelang fuhren militärische Fahrzeuge ungehindert über die zwar geschotterten, aber äußerst festen Straßen und zudem kreuz und quer über und durch dieses riesige Areal. Einmal, alljährlich im Herbst, konnte sich Fauna und Flora von dem tonnenschweren Gerät für ein, zwei Tage erholen

– nämlich dann, wenn die Drei-Städte-Rallye ihre leichtgewichtigen Rallye-Autos über einige wenige der zahlreichen Schotterstraßen schickte. Diese eilten dann, anfangs mit zwei, und später mit vier angetriebenen Räder, vor allem aber ohne Diesel - E- und Immissionen, einmal über den feinen Oberflächenschotter und versuchten – meist vergeblich, da viel zu festgefahren – diesen angemessen zu verteilen. Wahrscheinlich schnaufte die Umwelt an diesen beiden Tagen kräftig durch (während sich die Bundeswehrverwaltung und/oder das Bundesverwaltungsamt – oder beide gemeinsam– aller Wahrscheinlichkeit nach das Grinsen aufgrund der Entschädigungszahlungen durch die Rallye-Veranstalter nicht verkneifen konnten) und erwartete schon wieder voller Schrecken die militärische Normalität.

Niemand konnte sich damals vorstellen, dass es irgendwann einmal in Oberhinkofen kein Militär mehr geben würde. Und wer es sich in seinen kühnsten Träumen dennoch (welch´ armer Irrer!) vorstellte, träumte den schier unerfüllbaren Traum von ´der` Spielwiese für die Rallyefahrer.

Im Jahr 2005 schien dieser Traum dann doch tatsächlich wahr zu werden: Der Automobilclub (AMC) Deuerling „las´ und zelebrierte ´das Buch Oberhinkofen`“ und veranstaltete die 1. Walhalla-Rallye. Ausschließlich auf dem ungenutzten, ehem. Bundeswehr-Areal, und – natürlich – ausschließlich auf Schotter. Und zwar auf den Schotterstraßen, die ansonsten den wenigen Teilnehmern der ADAC-Drei-Städte-Rallye vorbehalten waren. Wen wundert´s, dass sich der Starter an diesem Tag des Andrangs kaum erwehren konnte und die Schotter-Freaks aus ganz Deutschland anreisten – ja sogar altgediente Haudegen, wie etwa der hessische Ex-Deutsche Rallyemeister Reinhard Hainbach, seinen Nogger-BMW aus der Garage bettelte, um den Weg nach Regensburg und nach Oberhinkofen anzutreten.

Doch die Freude währte offensichtlich viel zu früh und letztlich auch zu kurz: bereits zwei Jahre später wackelte die Genehmigung erstmals gewaltig und ein Jahr danach war es gänzlich aus! Das Landratsamt Regensburg verbot die Veranstaltung auf Veto der Unteren Naturschutzbehörde einmalig und endgültig. Ausgemacht wurde eine Gelbbauchunke und ein Kammmolch, deren Fortbestand nur zu garantieren war, wenn sich niemals mehr Rallye-Autos dem Gelände von Oberhinkofen nähern, oder gar darauf bewegen würden!

Wie mag es ihnen wohl heute gehen, der Gelbbauchunke und dem Kammmolch, diesen ´Killern` des oberpfälzischen, geschotterten Rallyesports?!

Wurden sie in den inzwischen vergangenen drei Jahren noch von jemandem gesehen? Hat irgendwer ihre heutige Population gezählt? Hat das Verbot des Rallyesports auf Oberhinkofen wenigstens etwas bewirkt, nämlich faunistisches Leben gerettet?

Wie es in der Tierwelt nicht selten zugeht, passiert es ja oft, dass gefährdete Arten nach einigen Jahren des ungehemmten und aller natürlichen Feinde beraubten Vermehrens urplötzlich überhand nehmen. Und nun auf einmal (wie konnte das nur passieren?!) zur ´Plage` werden.

Hoffentlich kommt die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Regensburg dann nicht auf die Idee, die deutschen Rallyefahrer dann doch wieder nach Oberhinkofen zu verpflichten und Jagd auf sie machen zu lassen; auf die überhandnehmende Gelbbauchunke und den feindlosen Kammmolch...

Aber das ist wohl schon wieder ein etwas anderer (Alb-)traum?!

Gerd Plietsch


Lesung zur Walhalla-Rallye 2007

Jedes Jahr freuten sich die Lenker der bunten Wagen ins gelobte Land zu ziehen. Sie wollen sich den Zuschauern zeigen, die wieder zu Tausenden kämen um ihre Künste zu bewundern.

Doch ein neues Volk begehrte auf. Sie waren in Lumpen gehüllt und ihre Füße steckten in Sandalen aus Kork und Leder. Sie gaben vor Gottes Geschöpfe vor den Wagenlenkern schützen zu wollen.

Die Altvorderen der Menschen denen das Land gehörte dachten sehr lange nach und verkündeten dann, es sei wohl was hier geschehe, das fahrende Volk dürfe wieder Gast sein in diesem Land.

So gingen die Lumpenmenschen zum König. Sie klagten, die Wagenlenker seien schlimmer als die Reiter der Apokalypse, sie würden alles vernichten wenn man sie gewähren ließe.

Die Wagen kämen jedes Jahr aber das Land blühe auf, es ist wohl anzusehen, erwiderte der König und schickte sie fort.    

Doch sie kamen wieder und wieder, und sie drohten, sie würden Allen Glauben machen, er lasse zu, das Dämonen ihr Land zerstören. Solange bis man ihn absetzte und einen neuen König ernennt.

Da befiel den Herrscher große Angst, denn er wollte weiter König bleiben.

Er orderte die Häuptlinge der Wagenlenker zu sich und teilte ihnen mit, sie wären nicht mehr erwünscht.

Ihr wart immer ein freundlicher Gastgeber, was haben wir falsch gemacht, fragten die Häuptlinge.

Ihr seid die, welche alles töten, so sagen meine Ratgeber, erwiderte der König, so bleibt denn dort wo ihr hergekommen seid.

Es war jedoch zu spät. Die Karawane war schon auf dem Wege.

Um sein Gesicht nicht zu verlieren, entsann der König mit seinen neuen Ratgebern eine List. Sie schicken einen Brief an die Wagenlenker der besagte, das sie gewähren dürfen, wenn sie versprächen nie mehr wieder zu kommen. Ohne dieses Versprechen dürften sie das Land, über welches er herrsche, weder jetzt noch in Zukunft, jemals mehr betreten.

So kam es, das zur Freude Aller, die Wagenlenker ihre Künste doch wieder zeigen durften. Aber der Preis war hoch. Sie wußten es war ihr letzter Besuch im gelobten Land. Deshalb machten sie ein riesiges Fest, auf das sich alle ewig an sie erinnern würden.

Dann war Stille. 

3. Lesung aus dem Buch Oberhinkofen

 

Erst wenn die letzte Straße gesperrt wurde,

wenn der letzt Strauch ein Naturschutzgebiet ist,

und wenn die letzte Fabrik geschlossen wurde,

werdet Ihr merken, das man auf Fröschen nicht ins Arbeitsamt reiten kann



Lesung zur Walhalla-Rallye 2006


Das fahrende Volk kam jedes Mal, wenn der Sommer sich dem Ende zuneigte, in das neue Land das der Herr ihnen gab. Es wurde ihre liebste Heimstatt, auf die sie sich freuten, bevor sie erneut in ihre Winterquartiere gezwungen wurden.

So gingen viele Jahre ins Land.

Doch unvermittelt wurden die Häuptlinge der Wagenlenker des gegebenen Landes überdrüssig, und beschlossen in den Osten weiter zuziehen. Dort gäbe es ein Gelände mit weniger Staub und besseren Wegen.

Ein Murren und ein Wehklagen ging durch die Reihen der Lenker doch sie fügten sich den Weisungen ihrer Oberen.

Der Herr jedoch spürte den Unmut und zürnte: „Ein Land ward Euch gegeben wie Ihr kein zweites findet, warum verschmäht Ihr es?“

Lange wiegte er seine Gedanken hin und her, bis er eine Entscheidung traf. Dann beauftragte er zwei kleine Gruppen, auf welche die Häuptlinge nicht achteten, seinen Weg fortzuführen. Er sandte sie aus neue Wagenlenker zu suchen um Ihnen die frohe Kunde zu bringen, dass Sie auf dem gelobten Land Ihre Künste zeigen dürfen.

Und Sie kamen in so großer Zahl, dass die alten Anführer vor Neid erblassten.

Der Herr war so erfreut über den neuen Schwung der über das heilige Land zog, dass er entschied denen, die seinen Willen aufleben ließen großen Erfolg zu bringen und die anderen zu strafen.

So geschah es, dass in das gelobte Land Jahr für Jahr mehr Lenker kamen wohingegen die Altvorderen, wie vor tausenden Jahren im alten Babylon, mit unverständlicher Sprache redeten bis ihr Gebäude in sich zusammenfiel.

Erneut war der Herr zufrieden und wiederholte den Satz der für alle Zeit der Wahlspruch des fahrenden Volkes bleiben sollte: „Schotter sei Dein Begehr, Kuppen seien voll und Kurven Anschlag quer.“

2. Lesung aus dem Buch Oberhinkofen



Lesung zur Walhalla-Rallye 2005


Es ward dereinst ein Wald der sich sanft über Hügel wölbte. Er war die Heimstatt vieler glücklich und zufrieden lebender Geschöpfe. Ein harter Winter stand bevor als die Menschen den Wald für sich beanspruchten. Sie waren in grüne Gewänder gehüllt, schlugen das Holz, bauten Wege und Häuser oder gruben Höhlen in die fruchtbare Erde. Die Tiere waren voller Furcht und wichen zurück, in der Hoffnung wiederkehren zu können, wenn die Menschen das Land wieder freigäben.

Doch die Menschen blieben.

Viele Jahre zogen ins Land bis den Ältesten der Menschen das Gewissen plagte. So sammelte er seine Untergebenen um sich und sprach: „ Wir haben Unrecht getan. Das Land ist nicht alleine  unseres. Eine Vision sagt mir, dass ein neues Volk durch unsere Lande zieht. Wir werden ihnen an diesem Ort Aufenthalt gewähren, auf ihrer langen Reise. Fürchtet Euch nicht, denn es wird ein Tosen und Toben über unseren Wald hereinbrechen am Ende eines jeden Sommers, wenn sie eintreffen auf ihren bunten Wagen. Die Erde wird zerrissen sein wenn sie uns verlassen. Doch wir werden es hinnehmen und sie gewähren lassen, denn wir haben das Land genommen ohne dass der Herr es uns gegeben. Und der Herr blickte auf das grüne Volk, Freude zeichnete sein Antlitz und so sprach er zu Ihnen:

„Ihr tut Recht den Wald zu teilen. Es soll Euere Pflicht sein, den Fahrenden Einlass zu gewähren auf ihrem schweren Zug durch das Land, so dass sie in der dritten Stadt ihre Reise beenden können bevor der Winter einbricht. Sie sind keine wilde Horde, nur eine stets rastlose Gemeinschaft die Eure Unterstützung braucht. Sie werden Euch ihre Wagen zu Euerem Vergnügen zeigen jedes Jahr - dies sei ihre Verpflichtung. Erfreuet Euch an ihrem Anblick und würdigt ihre Künste.“

Als der Sommer zu Ende ging kamen auch aus den benachbarten Wäldern viele Menschen um die Wagen zu sehen. Die Erde bebte als die Karawane den Wald erreichte und dichter Staub verdunkelte die Sonne. Aber die Menschen trugen keine Furcht in sich, denn Sie wussten, es war gut. Und so standen sie und freuten sich an den Künsten der Wagenlenker. Sie feierten und jubelten den fahrenden Volk zu auf dass sie nächstes Jahr wiederkämen.

Der Herr war zufrieden und sprach den Satz der für alle Zeit der Wahlspruch des fahrenden Volkes werden sollte:

„Schotter sei Dein Begehr, Kuppen seien voll und Kurven Anschlag quer.“

1. Lesung aus dem Buch Oberhinkofen


 
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